Bad Honnef. Wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mitteilt, wird derzeit geprüft, ob der bestehende Waldwirtschaftsweg durch das Mucherwiesental zwischen Bad Honnef-Tal und Aegidienberg im Rahmen eines Waldwirtschaftswegekonzepts ertüchtigt werden kann. Ziel sei es, die Anforderungen von Forstwirtschaft, Naturschutz, Rettungsdiensten und Radverkehr miteinander zu vereinbaren.
Nach Angaben des ADFC fand dazu ein Ortstermin mit Vertretern des städtischen Bauamtes, Bürgermeister Philipp Herzog, dem zuständigen Förster, der Unteren Naturschutzbehörde, dem BUND, dem Landtagsabgeordneten Jonathan Grunwald sowie den Vertretern des ADFC, Frank Bechtloff und Lars Düerkop, statt.
Der Verband weist darauf hin, dass die Verbindung bereits als Radweg ausgewiesen sei und eine wichtige Achse zwischen dem Talbereich und Aegidienberg darstelle. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe jedoch kein Neubau eines Radwegs, sondern die mögliche Verbesserung eines vorhandenen Waldwirtschaftswegs.
Bei dem Termin seien drei Teilabschnitte betrachtet worden. Der obere Bereich führe vom Servatius-Gelände in Richtung Aegidienberg beziehungsweise Edeka. Ein weiterer Abschnitt betreffe den Bereich an der Logebachbrücke, wo nach Angaben des ADFC unter anderem Eigentums- und Zuständigkeitsfragen mit dem Landesbetrieb zu klären seien. Der mittlere Teil bestehe überwiegend aus einer Schotterstrecke. Dort müsse geprüft werden, welche Maßnahmen noch als Ertüchtigung eines bestehenden Weges gelten und ab wann naturschutzrechtlich von einer weitergehenden Aufwertung auszugehen wäre.
Eine wichtige Rolle spiele dabei nach Angaben des ADFC der frühere Ausbauzustand des Weges. Sollte nachgewiesen werden können, dass einzelne Abschnitte bereits früher asphaltiert oder entsprechend befestigt gewesen seien, könne dies die rechtliche Bewertung einer Erneuerung erleichtern. Andernfalls wären möglicherweise weitergehende naturschutzrechtliche Prüfungen oder eine Befreiung erforderlich.
Für den unteren Abschnitt sei laut ADFC eine Ertüchtigung mit einer etwa acht Zentimeter starken Asphaltdecke diskutiert worden. Diese diene nach Darstellung des Verbandes in erster Linie dem forstwirtschaftlichen Verkehr sowie Rettungsfahrzeugen. Hintergrund seien unter anderem die geplanten Brückensanierungen im Schmelztal, die voraussichtlich ab Sommer 2027 zu längeren Sperrungen führen könnten. Der Mucherwiesenweg könnte dann eine ergänzende Erschließungsfunktion übernehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Ortstermins war den Angaben zufolge der Naturschutz. Im Gebiet komme der Feuersalamander vor. Nach Auffassung der Beteiligten gehe es dabei nicht um einen Gegensatz zwischen Radverkehr und Artenschutz, sondern um die Frage, wie Bauausführung, Entwässerung, Baustellenverkehr und spätere Nutzung so gestaltet werden können, dass Lebensräume und Wanderbewegungen der Tiere möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Der ADFC verweist außerdem darauf, dass artenschutzrechtliche Vorgaben Einfluss auf den Zeitplan haben könnten. Sollte sich das Verfahren verzögern, könnten Brut- und Schutzzeiten ab dem 1. März 2027 Bauarbeiten bis in den Sommer hinein einschränken. Deshalb seien eine frühzeitige Planung sowie eine enge Abstimmung zwischen Stadt, Forstverwaltung, Naturschutzbehörden und Verbänden erforderlich.
Nach Einschätzung des ADFC bietet das Verfahren die Chance, mehrere Ziele miteinander zu verbinden: eine bessere Erreichbarkeit für Forstwirtschaft und Rettungsdienste, eine attraktivere Verbindung für den Radverkehr sowie eine rechtssichere und naturschutzfachlich tragfähige Lösung. Voraussetzung seien eine sorgfältige Dokumentation des Bestands, geklärte Zuständigkeiten und eine transparente naturschutzrechtliche Prüfung.











