Bad Honnef. Die Debatte um ein Parkhaus am Mobilitätsknoten West bleibt vorerst beendet. Der Planungsausschuss der Stadt Bad Honnef hat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der FDP abgelehnt, die Planungen für das sogenannte „Otto-Parkhaus“ aufgrund möglicher neuer Fördermittel erneut aufzugreifen. Stattdessen soll nun geprüft werden, wie der bestehende Parkplatz mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen besser für Pendlerinnen und Pendler genutzt werden kann.
Bereits in seiner vorletzten Sitzung hatte der Ausschuss mehrheitlich beschlossen, die Planungen für das Parkhaus auf Eis zu legen. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine deutlich abgespeckte Variante des Mobilitätsknotens vorzulegen, die den städtischen Haushalt nicht übermäßig belastet. Ausschlaggebend war unter anderem, dass eine ursprünglich in Aussicht gestellte Förderung in Millionenhöhe nicht mehr gesichert war.
Nur wenige Tage später schien sich jedoch eine neue Entwicklung abzuzeichnen. Angesichts der weiterhin angespannten Verkehrslage in der Region – insbesondere durch die Einschränkungen an der Bonner Nordbrücke (A565) – verbreiteten die Kreis-Grünen Hoffnungen auf zusätzliche Fördermittel. Nach entsprechenden Signalen von Bund und Land könnte es für sie neue Unterstützung für Verkehrsprojekte geben. Vor allem die Bad Honnefer Grünen zeigten sich damals überrascht von diesen Informationen und sahen zugleich in dem ablehnenden Beschluss des Planungsausschusses eine Chance, den Mobilitätsknoten stärker im Sinne einer nachhaltigen Verkehrswende weiterzuentwickeln.
Die FDP-Fraktion griff diese Überlegungen auf und beantragte in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag eine erneute Prüfung der Parkhauspläne. Nach ihrer Darstellung könnte über den Zweckverband go.Rheinland eine Sonderförderung von Bund und Land bereitstehen, die – anders als bislang angenommen – möglicherweise auch laufende Betriebskosten abdecken würde. Diese Rahmenbedingungen seien zum Zeitpunkt des Beschlusses vom 9. Juni 2026 noch nicht bekannt gewesen.
Für eine Mehrheit reichte dieses Argument jedoch nicht aus. Insbesondere die CDU sah keine belastbaren neuen Erkenntnisse, die eine Rückkehr zur Parkhausdiskussion rechtfertigen würden. Sollten sich die Förderbedingungen tatsächlich ändern, werde man sich einer erneuten Beratung nicht verschließen, hieß es aus der Fraktion. Auch die Grünen erklärten, ihnen lägen keine Hinweise auf neue Fördermöglichkeiten vor. Gleichzeitig unterstrichen sie erneut die Chance, den Mobilitätsknoten ohne Parkhaus konsequent im Sinne einer echten Mobilitätswende weiterzuentwickeln.
Stattdessen beschloss der Ausschuss auf gemeinsamen Antrag von CDU, Bürgerblock und Grünen, den bestehenden Pendlerparkplatz näher in den Blick zu nehmen. Die Verwaltung soll untersuchen, wie die vorhandenen Stellplätze mit möglichst geringem finanziellem Aufwand effizienter genutzt werden können.
Im Gespräch sind unter anderem eine Schrankenanlage, zeitliche Nutzungsbegrenzungen, digitale Zugangssysteme oder andere Maßnahmen, die Dauerparken verhindern. Ziel ist es, den Parkplatz wieder stärker seinem eigentlichen Zweck zuzuführen: als Park-and-Ride-Angebot für Pendlerinnen und Pendler, die auf Bahn, Stadtbahn oder Bus umsteigen.
Damit ist die Diskussion um den Mobilitätsknoten West zwar nicht beendet, der Fokus verschiebt sich jedoch zunächst weg von einem millionenschweren Parkhaus hin zu pragmatischen Lösungen für den bestehenden Parkplatz. Sollte sich die Förderkulisse tatsächlich verändern, dürfte das Thema allerdings erneut auf die politische Tagesordnung zurückkehren.










