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Bad Honnef. Seit Wochen hat es kaum geregnet. Der Rhein führt immer weniger Wasser – und mit dem Niedrigwasser kommt vieles zum Vorschein, was sonst verborgen bleibt: Müll.
Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten am Samstag die Gelegenheit und sammelten Unrat an den Ufern des Rheins. Auch Kampfmittel waren dabei, die fachgerecht entsorgt werden. Eigentlich findet der bundesweite Rhine CleanUp Day erst im September statt. In Bad Honnef wurde die Aktion kurzerhand vorgezogen.
Die Idee dazu hatte Emmi Solzbacher. Als DLRG-Rettungsschwimmerin erlebt sie bei Einsätzen und Übungen immer wieder, wie viel Müll im Rhein treibt oder an seinen Ufern hängen bleibt.
Und das Ausmaß ist gewaltig. Einer Studie zufolge passieren beispielsweise täglich rund 53.000 Müllteile mit dem Rhein die Stadt Köln. Was davon an den Ufern landet oder weiter Richtung Nordsee getragen wird, ist nur schwer vorstellbar.

Das Niedrigwasser macht das Problem derzeit besonders sichtbar. Wo sonst das Wasser reicht, liegen nun Flaschen, Verpackungen, Plastik und anderer Unrat offen im Uferbereich.
Doch der vorgezogene Rhine CleanUp Day soll mehr sein als eine einmalige Sammelaktion. Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog verbindet damit den Wunsch nach einem grundsätzlichen Umdenken – im Umgang mit der Umwelt und mit dem Müll, den die Menschen produzieren.
Für Emmi Solzbacher ist deshalb klar: Die heutige Aktion ist noch lange nicht die Wende im Kampf gegen die Vermüllung von Natur und Städten.
Aber sie ist ein wichtiger Impuls.
Denn jeder gefüllte Müllsack zeigt, was sonst vielleicht niemand gesehen hätte. Und vielleicht ist genau das die Botschaft dieses ungewöhnlichen CleanUp-Tages: Der Rhein macht den Müll sichtbar. Was daraus folgt, liegt an uns.
Fotos: Laura Solzbacher:













