Troisdorf/Rhein-Sieg-Kreis – Mit perfiden Schockanrufen haben Telefonbetrüger am Mittwoch gleich zwei Seniorinnen in Troisdorf ins Visier genommen. In einem Fall erbeuteten die Täter 30.000 Euro Bargeld, im zweiten Fall konnte eine Geldübergabe in letzter Minute verhindert werden.
Gegen 12 Uhr erhielt eine 67-jährige Troisdorferin einen Anruf von einer Frau, die sich als ihre Schwester ausgab. Die Anruferin behauptete, sie habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person verletzt worden sei. Nun werde dringend eine hohe Bargeldsumme benötigt. Die Seniorin erklärte sich bereit zu helfen und sagte 30.000 Euro zu.
Während sie auf den angekündigten Abholer wartete, hielt die Täterin die Frau weiter am Telefon und diktierte ihr einen langen Text zum Mitschreiben. Schließlich erschien ein Mann namens „Alex“ an der Haustür der Geschädigten. Beschrieben wird er als etwa 40 Jahre alt, untersetzt und europäisch wirkend. Die 67-Jährige übergab ihm das Geld in einem weißen Jutebeutel. Erst danach erkannte sie den Betrug und alarmierte die Polizei.
Die Polizei bittet Zeugen, die zwischen 12 und 16 Uhr im Bereich der Magdalenenstraße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich unter Telefon 02241 541-3221 zu melden.
Nur wenige Stunden später kam es zu einem ähnlichen Vorfall: Gegen 14.30 Uhr erhielt eine 86-jährige Frau aus Troisdorf einen Anruf von einer angeblichen Rechtsanwältin. Diese schilderte ebenfalls einen schweren Verkehrsunfall, den eine Angehörige der Seniorin verursacht habe, und verlangte eine Kaution. Die Frau bot 20.000 Euro an, ging jedoch – da sie schlecht sieht – gemeinsam mit Geld und Telefon zu einem Nachbarn, der ihr beim Zählen helfen sollte. Als die Anruferin dies bemerkte, reagierte sie ungehalten und legte auf. So blieb der zweiten Seniorin ein finanzieller Schaden erspart.
Auffällig: Beide Gespräche wurden teilweise in russischer Sprache geführt. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass die Täter ihre Opfer gezielt aufgrund ihrer russischen Wurzeln ausgesucht haben.
Die Polizei warnt erneut vor sogenannten Schockanrufen. Die Betrüger setzen gezielt auf Angst und emotionalen Druck, um ihre Opfer zur Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen. Angehörige sollten insbesondere ältere Familienmitglieder über diese Betrugsmasche informieren und sensibilisieren.
Die Polizei rät:
– Bleiben Sie ruhig und misstrauisch, wenn jemand Sie am Telefon unter Druck setzt.
– Beenden Sie das Gespräch umgehend – auch wenn die Geschichte glaubwürdig klingt.
– Rufen Sie die angeblich betroffene Person oder deren Angehörige selbst über die Ihnen bekannte Telefonnummer zurück.
– Geben Sie am Telefon keinerlei Auskunft über Vermögensverhältnisse oder Wertgegenstände.
– Lassen Sie sich nicht zu Geldübergaben oder Herausgabe von Schmuck überreden.
– Wenden Sie sich im Zweifel an die Polizei unter 110.
– Sprechen Sie mit älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsform, damit auch sie im Ernstfall richtig reagieren können.
red / Quelle: Polizei Rhein-Sieg










