Bad Honnef. Die kommunale Task Force Nordbrücke hat am Samstag, 6. Juni 2026, in einer mehrstündigen Sitzung über den aktuellen Stand der Lage und mögliche Entlastungsmaßnahmen nach der Vollsperrung der Nordbrücke beraten. Neben dem Oberbürgermeister nahmen Vertreter aller relevanten Dezernate und Fachämter der Stadtverwaltung sowie die Stadtwerke Bonn und die Autobahn GmbH des Bundes teil.
Ziel der Beratungen ist es, die Auswirkungen der Sperrung auf Verkehr, ÖPNV und Anlieger so schnell wie möglich zu reduzieren. Die Verwaltung arbeitet nach eigenen Angaben auch am Wochenende mit Hochdruck an der Umsetzung der nächsten Schritte.
Zwei Sofortmaßnahmen ab Montag geplant
Im Mittelpunkt der Sitzung standen zwei sogenannte Ad-hoc-Maßnahmen, die möglichst bereits ab Montag, 8. Juni 2026, umgesetzt werden sollen.
Zum einen soll auf der Festwiese von Pützchens Markt ein neuer Park-&-Ride-Platz eingerichtet werden. Von dort aus planen die Stadtwerke Bonn einen Shuttleverkehr zum Haltepunkt Vilich (Ausstieg Gerhardstraße), um eine direkte Anbindung an die Stadtbahnlinie 66 herzustellen. Vorgesehen ist ein 10-Minuten-Takt an Werktagen; die Details werden derzeit noch final abgestimmt. Informationen sollen kurzfristig über die Kanäle der SWB veröffentlicht werden.
Zum anderen soll die Stadtbahnlinie 66 im Bereich der St. Augustiner Straße (B56) zwischen Combahnstraße und Königswinterer Straße/Niederkasseler Straße vom übrigen Straßenverkehr entkoppelt werden. Um dies zu ermöglichen, wird der Radverkehr neu organisiert: In Richtung Innenstadt soll eine Führung über den Bröltalbahnweg als Vorrangroute durch das Combahnviertel erfolgen, stadtauswärts ist eine Umleitung entlang des Friedhofs vorgesehen. Ziel ist ein stabilerer und möglichst störungsfreier Betrieb der Linie 66.
Politik soll kurzfristig entscheiden
Für die Umsetzung der beiden Maßnahmen bereitet der Oberbürgermeister eine Dringlichkeitsentscheidung vor, um eine schnelle Einführung zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen weitere geplante Maßnahmen, für die bestehende Ratsbeschlüsse angepasst werden müssen, in einer Beschlussvorlage für die Ratssitzung am Donnerstag, 11. Juni, eingebracht werden.
Die Stadtverwaltung prüft zudem weitere Optionen, darunter mögliche Umweltspuren am Hermann-Wandersleb-Ring und an der Oxfordstraße, zusätzliche Shuttleverkehre von temporären P&R-Flächen sowie Anpassungen im Bereich Kennedybrücke, Adenauerallee und im übrigen ÖPNV-Netz.
Oberbürgermeister Guido Déus kündigte an, die Politik eng einzubinden. Noch vor der Ratssitzung sollen die Fraktionsvorsitzenden und Bezirksbürgermeister über den aktuellen Stand informiert werden. Die Task Force Nordbrücke will am Dienstag, 11. Juni, erneut zusammentreten, um die weitere Entwicklung zu beraten.










