Bad Honnef. Wenn Sirenen heulen, Keller volllaufen oder der Strom ausfällt, wird deutlich, wie wichtig ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist. Doch viele Menschen setzen den Begriff noch immer ausschließlich mit Feuerwehr oder Katastrophenschutz gleich. Tatsächlich umfasst der Bevölkerungsschutz deutlich mehr: Er dient dem Schutz der Bevölkerung und ihrer Lebensgrundlagen vor Katastrophen, schweren Notlagen und anderen Krisensituationen. Dazu gehören Naturkatastrophen, Großbrände, Unwetter, Stromausfälle, Pandemien oder auch die Folgen von bewaffneten Konflikten.
Gerade die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich das Leben von Tausenden Menschen innerhalb weniger Stunden verändern kann. Auch in unserer Region sind die Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse noch präsent. Seitdem ist das Bewusstsein für Vorsorge und Krisenfestigkeit deutlich gestiegen, nicht zuletzt auch durch Kriegshandlungen in Europa.
Der Bevölkerungsschutz beginnt jedoch nicht erst, wenn eine Krise eintritt. Er umfasst ebenso die Vorbereitung auf mögliche Gefahren. Warnsysteme, Notfallpläne, die Arbeit von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen sowie die Information der Bevölkerung sind wichtige Bausteine eines funktionierenden Schutzsystems. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betont dabei, dass Warnung und persönliche Vorsorge Hand in Hand gehen müssen.
Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst spielen eine wichtige Rolle. Wer sich über Warn-Apps informiert, einen kleinen Notvorrat zu Hause bereithält oder weiß, wie man sich in einer Krisensituation verhält, trägt zur Sicherheit der gesamten Gemeinschaft bei. Je besser Menschen vorbereitet sind, desto widerstandsfähiger wird die Gesellschaft insgesamt.
Um den Bevölkerungsschutz in Bad Honnef stärker in den Fokus zu rücken, veranstaltet die Stadt am Sonntag, 14. Juni 2026, von 11 bis 17 Uhr, auf dem Aegidiusplatz und im Bürgerhaus einen Bevölkerungsschutztag, den ersten überhaupt in Bad Honnef. Das Motto lautet: „Vorsorge – wie ich mich und meine Familie für den Katastrophen- und Krisenfall vorbereiten kann.“ Vor Ort werden die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die örtlichen Hilfsorganisationen sowie weitere Partnerinnen und Partner informieren und ihre Leistungen präsentieren. Ergänzt wird das Angebot durch Fachvorträge im Bürgerhaus in Aegidienberg. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher weiterführende Informationen zu persönlicher Vorsorge, zum Verhalten in Krisenlagen, zur Arbeit der Hilfsorganisationen und zu Fragen der zivilen Sicherheit. Auch die Stadt Bad Honnef informiert über ihre Aufgaben im Bevölkerungsschutz, über Präventionsarbeit und über Anlaufstellen für besondere Lagen.
Bürgermeister Philipp Herzog ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den Tag zu nutzen: „Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich, sprechen Sie mit den Menschen, die sich vor Ort für Ihre Sicherheit engagieren – und nehmen Sie konkrete Impulse für Ihre persönliche Vorsorge mit.“
Interessant dürfte auch der Vortrag von Gert Bellinghausen vom Bürgerverein Aegidienberg sein. Er erinnert an die große Dürre zu Pfingsten 1971, als zahlreiche Brunnen und Quellen versiegten und zeitweise kein Wasser mehr aus den Leitungen kam. Die Wasserversorgung des Bergbereichs wurde dann durch die Zuleitung von Wasser aus dem Lohfeld sichergestellt (mehr hier, S. 10.). Der Vortrag beginnt um 11 Uhr im Bürgerhaus und schlägt damit eine Brücke zwischen den Herausforderungen vergangener Jahrzehnte und den Fragen der Krisenvorsorge von heute.











