Fahrradgesetz kommt – Nun muss Bad Honnef Versäumtes nachholen

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Bad Honnef – Fahrradfahren in Bad Honnef ist mindestens im innerstädtischen Bereich ein Abenteuer. Abgesehen von den vielen Schlaglöchern gefährdet der dominante Autoverkehr die Sicherheit der Radler und verhindert auf diese Weise, dass sich die Mobilität zugunsten des Radverkehrs zügig entwickelt.

Statt mit vernünftigen Konzepten Fahrradfahren attraktiv zu machen, wurde lieber ein Parkraumbewirtschaftungskonzept verabschiedet, das nicht nur Steuern zahlende Anlieger diskriminiert, sondern auch umweltpolitisch nicht durchdacht ist.

Abgesehen von der verpassten Chance, die Linzer Straße fahrradfreundlich auszubauen, hat die Ratsmehrheit auch kürzlich gegen die Umwandlung des Frankenwegs in eine Fahrradstraße gestimmt, wobei sich der fahrradorientierte Bürger fragt: Wenn nicht der Frankenweg, welche Straße dann?

Nun bekommen Bad Honnef und die Kommunen Druck von der Landesregierung, die offensichtlich in den letzten Jahren den Knall nicht gehört haben: Innenstädte können den zunehmenden Autoverkehr nicht mehr aufnehmen, Umweltverschmutzung durch Autos verhindert das Erreichen der Klimaziele, denn ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. Ein anderes Mobilitätsverhalten ist zwingend notwendig. Das Fahrrad spielt hier eine wesentliche Rolle.

Nach der heutigen Abstimmung im Landtag werden die Ziele der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ in ein Fahrradgesetz aufgenommen. Und die haben es in sich. Bis 2025 sollen die Anteile  des Radverkehrs von derzeit 8% auf 25% landesweit erhöht werden. Und natürlich gehören auch Fahrradstraßen dazu. Die Grünen hatten einen eigenen Antrag zur Abstimmung vorgelegt.

Das dürfte Bad Honnef Bürgermeister Otto Neuhoff freuen. Er ist eigentlich ein Vorkämpfer für mehr Fahrradverkehr in seiner Stadt. Trotzdem ist die Entwicklung in der Badestadt diesbezüglich gleich null. Noch nicht einmal simple sichere Abstellmöglichkeiten wurden im Citybereich eingerichtet. Dabei könnte man von jetzt auf gleich einige wenige Autoparkbuchten zu Radparkplätzen umfunktionieren.

Besonders ärgerlich dürfte der Ist-Zustand für die Grünen sein. Seit Jahren fordern sie ein Radverkehrskonzept für Bad Honnef. Vergeblich! Entsprechend sauer ist der Fraktionssprecher Klaus Wegner, der von der Verwaltung im Juli 2019 die Information erhielt, dass das Konzept bis auf die Endredaktion fertig sei. Wegner: „Es liegt bis heute noch nicht vor, obwohl wir mehrfach Anfragen zu den Zielen, Plänen und Maßnahmen in den zuständigen Ausschüsse gestellt haben. Auch unsere Anträge zur Ausweisung von Fahrradstraßen wurden bisher von der Ratsmehrheit abgelehnt.“

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