Bad Honnef. Der Borkenkäfer hat im Bad Honnef deutliche Spuren hinterlassen – besonders im Stadtwald. Wo früher dichte Fichtenbestände standen, musste die Stadt vor wenigen Jahren drastisch eingreifen: Zwei Drittel des geschädigten Fichtenwaldes wurden mit Harvestern entfernt, um die Ausbreitung des Schädlings zu stoppen.
Heute zeigt sich ein anderes Bild. In den Jahren nach der großflächigen Rodung wurden Zehntausende junge Bäume gepflanzt. Ziel ist ein stabiler, klimaresilienter Mischwald, der Trockenheit, Stürmen und Schädlingen besser standhalten kann als die frühere Monokultur aus Fichten.
Wie dieser Wandel konkret aussieht, zeigte Stadtförster Gregor Pieper bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Gelände. Begleitet wurde er dabei von Bürgermeister Philipp Herzog, der spontan die Rolle des Reporters übernahm und sich den Fortschritt vor Ort erklären ließ.
Zwischen jungen Eichen, Buchen und einzelnen widerstandsfähigen Nadelgehölzen wird deutlich, wie konsequent die Wiederaufforstung umgesetzt wurde. Gleichzeitig ist der Wald noch lange nicht fertig: Viele Flächen wirken weiterhin offen, an manchen Stellen dominiert noch Totholz – ein sichtbares Zeichen der vergangenen Schäden, aber auch ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Neubeginns.
Auch bundesweit gibt es vorsichtig positive Signale. Laut der aktuellen Waldzustandserhebung des Bundeslandwirtschaftsministeriums haben sich die Wälder in Deutschland nach den extremen Trockenjahren und der Borkenkäferplage insgesamt stabilisiert. Dennoch sei die Erholung noch nicht abgeschlossen, heißt es in dem Bericht. Die Wälder bleiben anfällig, insbesondere gegenüber Wetterextremen.
Für den Stadtwald in Bad Honnef bedeutet das: Der Umbau ist ein langfristiges Projekt. Der Spaziergang mit dem Stadtförster zeigt, dass der Wald zwar noch mitten im Wandel steckt – aber die Richtung klar ist. Aus der krisenhaften Fichtenfläche entsteht Schritt für Schritt ein vielfältiger Mischwald, der künftig widerstandsfähiger sein soll als sein Vorgänger.











