Die Stadt Bad Honnef plant ein neues Parkhaus an der Ecke Rommersdorfer Straße/Bernhard-Klein-Straße. Ziel ist es, den Parkdruck im Quartier zu verringern, der durch den Umbau der Rommersdorfer Straße entstanden sein soll. Doch bevor ein mehrstöckiges Parkhaus mitten in einem Wohngebiet gebaut wird, sollten einige grundlegende Fragen beantwortet werden.
Zunächst stellt sich die Frage nach dem tatsächlichen Bedarf. Durch die Neugestaltung der Rommersdorfer Straße sind sicherlich Parkplätze weggefallen. Doch selbst wenn man diese und die Parkplätze, die auf dem Rathausplatz wegfallen, zusammenrechnet, erscheint die Errichtung eines Parkhauses mit deutlich größerer Kapazität kaum nachvollziehbar. Wo werden die Fahrzeuge der Anwohner heute geparkt? Gibt es überhaupt belegbare Hinweise auf einen gravierenden Stellplatzmangel? Sind Beschwerden oder entsprechende Untersuchungen bekannt?
Hinzu kommt, dass ein Parkhaus nicht nur Parkraum schafft, sondern auch Verkehr erzeugt. Mehr Stellplätze bedeuten in der Regel mehr Fahrten. Das steht im Widerspruch zu den Zielen einer modernen Mobilitäts- und Klimapolitik, die den motorisierten Individualverkehr reduzieren und Wohnquartiere lebenswerter machen möchte.
Für die direkten Anwohner hätte das Vorhaben zudem spürbare Folgen. Ein mehrgeschossiges Parkhaus verändert das Ortsbild erheblich. Zusätzliche Beleuchtung, ein höheres Verkehrsaufkommen sowie mögliche Lärm- und Sicherheitsprobleme würden die Wohnqualität beeinträchtigen. Was heute ein offener Parkplatz ist, würde zu einem dominanten Baukörper mitten im Quartier werden.
Deshalb sollte die Diskussion nicht allein um ein neues Parkhaus kreisen, sondern um die eigentliche Ursache möglicher Parkplatzprobleme. Falls tatsächlich zu wenig Stellflächen für Anwohner vorhanden sind, wäre es sinnvoller, das bestehende Parkraummanagement kritisch zu überprüfen. Insbesondere die Regelungen der Parkzonen A und B gehören auf den Prüfstand. Offenbar weiß die Stadt selbst nicht genau, welchen Nutzen dieses System tatsächlich bringt.
Warum sollten Anwohner in Teilen der Innenstadt Einschränkungen hinnehmen müssen, während in Rhöndorf, Selhof oder Aegidienberg freies Anwohnerparken möglich ist? Und: Warum wird beispielsweise der Parkplatz Luisenstraße nicht weiterentwickelt?
Vielleicht liegt die Lösung nicht in einem millionenschweren Parkhaus, sondern in einer faireren und praxisnäheren Parkregelung.
Bevor Fakten geschaffen werden, sollte die Stadt deshalb überzeugend darlegen, dass überhaupt ein Problem besteht – und ein Parkhaus die beste Lösung dafür ist. Bislang bleiben daran erhebliche Zweifel.









