Liebe Frauen,
es sieht gerade nicht gut aus auf dieser Welt.
Überall herrscht Krieg. Trump, Putin und andere Alphatiere behandeln die Welt wie ihr persönliches Monopoly-Spiel. Während Menschen sterben, verdienen andere Milliarden. FIFA-Bosse feiern sich auf VIP-Tribünen, Autokraten auf Militärparaden – in Deutschland diskutieren wir, ob Rechtsextreme bald wichtige Ämter im Staat übernehmen.
Sodom und Gomorrha? Das Goldene Kalb? Der Turmbau zu Babel? Die alten Geschichten wirken plötzlich erstaunlich modern.
Aber verlassen wir für einen Moment die Weltpolitik. Denn manchmal beginnt der Verfall der Zivilisation bereits im Fitnessstudio.
Dort marschieren sie herein: gestylt von der Haarspitze bis zur Augenbraue. Diese Muskelpakete auf zwei Beinen verwenden Cremes, Öle und Wachse, die mehr kosten als früher ein Gebrauchtwagen.
Ein Handtuch? Brauchen sie nicht. Ihr verschwitzter Rücken landet direkt auf dem Gerät. Nach zwei Übungen greifen sie zum Handy. Fünf Minuten Training, zwanzig Minuten Instagram. Fitnessstudio? Nein, Handystudio.
Wahrscheinlich sind das dieselben Männer, die nachts mit lauten Autos durch Wohngebiete rasen und denen alles andere ohnehin egal ist.
Fragt man sie nach Politik, zucken sie oft mit den Schultern. „Gibts ’ne Krise, gehe ich eben ins Ausland.“ „Dann werde ich Influencer.“ Das sind Originalzitate.
Liebe Frauen!
Männer versuchen seit Jahrtausenden, die Welt mit Muskeln, Macht und Raketen zu ordnen. Vielleicht ist es an der Zeit, Tugenden wie Klugheit, Verantwortung und Visionen wiederzuentdecken.
Natürlich gilt auch für euch: Ihr müsst nicht jede Mode mitmachen. Diese künstlichen Fingernägel, mit denen man keinen Pullover mehr zuknöpfen kann. Lippen, die wie mit einer Fahrradpumpe aufgepumpt aussehen. Gesichter, die wegen Botox keine Überraschung mehr zeigen.
Vielleicht muss das Smartphone nicht jede freie Sekunde bestimmen. Besonders dann nicht, wenn im Kinderwagen der wichtigste Mensch der Welt liegt. Kinder brauchen Gesichter, keine Displayrückseiten. Sie brauchen Eltern, die Grenzen setzen, statt jede Laune zur Persönlichkeitsentfaltung zu erklären. Eine bedürfnisorientierte Erziehung ist eine gute Idee – solange man nicht vergisst, dass auch Enttäuschungen zum Leben gehören.
Vielleicht ist genau das unser Problem. Wir verwechseln Freiheit mit Beliebigkeit, Selbstverwirklichung mit Selbstinszenierung und Individualität mit Egoismus.
Die Welt braucht keine Alphamänner. Und sie braucht auch keine perfekten Instagram-Gesichter. Sie braucht Menschen mit Haltung.
Frauen, habt den Mut, dem Unsinn zu widersprechen. Das Leben ist mehr als der künstliche Glanz, mit dem wir es gerade überdecken.
Vielleicht beginnt die Rettung der Welt tatsächlich ganz klein. Mit einem Handtuch im Fitnessstudio. Oder mit einem ausgeschalteten Handy beim Spaziergang mit dem eigenen Kind.










