Die Partei Volt stellt eine einfache, aber bemerkenswerte Frage: Verschwindet das rote Herz schleichend aus dem Erscheinungsbild von Bad Honnef? Dieser Eindruck drängt sich offenbar auf. Und wenn dem so ist – warum eigentlich nicht?
Die Debatte über das Herz im Stadtlogo ist weit mehr als eine Frage des Geschmacks. Sie berührt den Kern kommunaler Selbstverortung: Wie will sich eine Stadt zeigen – nach innen wie nach außen? Und vor allem: Wirkt dieses Bild glaubwürdig?
Das Herz wurde 2017 eingeführt, ohne breite Beteiligung der Bürgerschaft. Formal legitim, strategisch jedoch ein Versäumnis. Denn ein Stadtlogo ist kein beliebiges Designelement, sondern Ausdruck kollektiver Identität. Es muss getragen werden – sonst bleibt es ein Symbol ohne Resonanz.
Mit einem neuen Bürgermeister und der Chance auf eine inhaltliche Neuausrichtung stellt sich die Frage neu: Passt dieses Herz noch zu dem, was Bad Honnef heute ist – und sein will?
Ein Herz steht für Nähe, Emotion, vielleicht auch für Liebenswürdigkeit. Doch genügt das als Markenkern? Oder greift es zu kurz angesichts der tatsächlichen Stärken der Stadt – als attraktiver Wohnort, als Wirtschaftsstandort, als Teil einer dynamischen Region? Wenn Stadtmarketing mehr sein soll als ein freundliches Gefühl, braucht es Substanz. Und ein visuelles Erscheinungsbild, das diese Substanz auch transportiert.
Entscheidend ist jedoch ein anderer Punkt: die Legitimation. Bis heute ist nicht systematisch erhoben worden, ob sich die Bürgerinnen und Bürger mit dem Herz identifizieren. Genau hier liegt eine Chance. Eine offene und transparente Beteiligung könnte nicht nur diese Frage klären, sondern dem Stadtmarketing insgesamt neue Impulse geben.
Denn ein überzeugendes Logo entsteht nicht im Sitzungssaal. Es entwickelt sich im Zusammenspiel von strategischer Klarheit, gestalterischer Qualität und öffentlicher Resonanz. Es spiegelt das Selbstverständnis einer Stadt – und wirkt nur dann, wenn es von vielen mitgetragen wird.
Herz behalten oder abschaffen? Diese Entscheidung sollte nicht beiläufig getroffen werden. Ein neuer Prozess wäre vielleicht sinnvoll: zuhören, analysieren, neu justieren. Vielleicht bleibt das Herz. Vielleicht entsteht etwas Neues. Entscheidend ist, dass die Grundlage stimmt.
Bad Honnef hätte damit die Chance, sein Profil zu schärfen und sein Stadtmarketing zeitgemäß auszurichten. Ein überarbeitetes Logo kann dafür ein sichtbares Zeichen sein – vorausgesetzt, es ist mehr als nur ein Symbol.
Und Volt hätte einen wichtigen Anstoß gegeben, nach acht Jahren innezuhalten und zu fragen, ob ein rotes Herz tatsächlich die Lebenswirklichkeit und den Anspruch dieser Stadt angemessen widerspiegelt.
Kein Herz mehr für Bad Honnef? Volt irritiert über veränderte Wappendarstellung











